Vom 5. bis 6. Mai fand in Karlsruhe die Parallel2014, die Softwarekonferenz für Parallel Programming, Concurrency und Multicore-Systeme, statt. Veranstalter waren iX, heise Developer sowie der dpunkt.Verlag. Es handelte sich um die dritte Auflage dieser Konferenz und ein erstes Indiz für die Qualität waren die Wiederkehrer. Zahlreiche Teilnehmer kamen bereits zum zweiten, einige gar zum dritten Male. Nach Angaben der Veranstalter waren mehr als 140 Teilnehmer anwesend – und damit war die Veranstaltung fast ausgebucht. Es handelte sich also nicht um eine Massenveranstaltung, sondern um eine eher kleinere Konferenz.

Die Zeiten, zu denen man einfach ein Jahr warten musste, damit die Software ohne eigenes Zutun performanter lief, sind vorbei. Taktraten stagnieren seit einigen Jahren. Neue Prozessoren bieten Leistungssteigerung im Wesentlichen durch zusätzliche Kerne. Eine Performancesteigerung erfordert daher neue Wege: Bereits bei Erstellung der Software muss die nebenläufige und parallele Entwicklung berücksichtigt werden. Diese ist jedoch komplex und bietet neue Fallstricke. Und wurde möglicherweise bereits auf einem Einkern-Rechner nebenläufig programmiert (z.B. GUI- und andere Threads), so mag diese Software nun scheitern, da sie auf neuen Prozessoren echt parallel ausgeführt wird und somit ungeahnte race conditions und andere Probleme auftauchen. Insofern ein Thema, das fast alle Softwareentwickler angeht. Obwohl Rechner mit mehreren Kernen inzwischen seit Jahren Mainstream sind, scheut so mancher die damit verbundene Komplexität. Doch je nach Programmiersprache kommt Parallelität unbemerkt oder ungewollt zum Einsatz, z.B. durch einen automatischen, separaten GUI-Thread. Parallelität ist somit ein Thema, an dem kaum ein Software-Entwickler, -Architekt etc. vorbeikommt. Hier bietet die Konferenz wertvolle Informationen.

Entsprechend der Größe wurden maximal drei Sessions gleichzeitig angeboten. Einige Sessions boten Grundlagen- oder Expertenwissen jenseits einer konkreten Programmiersprache, andere Veranstaltungen waren hauptsächlich parallelen oder nebenläufigen Aspekten einer bestimmten Sprache gewidmet. Hier dominierten C++, C# (stellvertretend für .NET) und Java. Aber auch andere, z.B. funktionale Sprachen oder Embedded Systems fanden ihren Raum. So war es meist möglich, die passende Session zu wählen. Dennoch gab es einige Zeiten, zu denen die Wahl unter den drei Angeboten schwer viel, entsprachen doch mindestens zwei der eigenen Interessenslage.

Nun, da ich nicht alle Sessions besuchen konnte, ist es mir nicht möglich, die Konferenz in jedem Detail zu beurteilen. Die besuchten Sessions zeichneten sich jedoch durchweg als informativ, gut vorbereitet und durch ansprechendes Niveau aus. Dies konnte ich auch weitgehend über die anderen Sessions vernehmen. Lediglich eine Session habe eher Grundlagenniveau geboten, sei dafür mit jeder Menge Spaß dahergekommen.

Zwischen den Sessions gab es die Möglichkeit, mit den Referenten und anderen Teilnehmern ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen auszutauschen oder einfach nur nett zu plaudern. Unterstützt wurde dies durch eine gelungene Verpflegung sowie ein lockeres Abendprogramm mit Flammkuchen und Livemusik.

Insgesamt eine gelungene Veranstaltung mit direktem Nutzen für die Praxis. Die nächste Auflage, Parallel2015, ist bereits geplant [1]. Sollte es mir möglich sein, bin ich gerne wieder dabei.

Abgerundet wird die Konferenz durch am 7. Mai 2014 stattfindende Workshops. Ich bin gespannt.

[1] http://www.parallel2015.de

Hinweis: Dieser Artikel ist in Deutsch verfasst, entsprechend der vorherrschenden Sprache der Konferenz. Zu Software- und anderen IT-Themen blogge ich vornehmlich auf Englisch. Die Startseite ist hier [2].

[2] https://blog.mueller-bruehl.de/