Früher konnte eine Gruppe Studenten sowohl aus Jungs als auch aus Mädels bestehen. Doch dann kam jemand auf die Idee, “Studenten” sei ja nicht geschlechtsneutral, sondern lediglich der Plural für männliche Studenten. Das gehe natürlich nicht. Deshalb heißen Studenten heute Studierende.

Die aktuelle deutsche Nationalhymne weist gleich zwei derartige eklatante Fehler auf: “Vaterland” und “brüderlich” sind eindeutig geschlechtsdiskriminierend. Nun gibt es für Vater und Mutter den Begriff der Eltern. Also eher “Elternland”?

Brüderlich durch geschwisterlich zu ersetzen scheitert an der zusätzlichen Silbe. Vielleicht einen ganz anderen Begriff? Mein Vorschlag: “Friedfertig”.

Doch beim Elternland gibt es ein anderes Problem. Deutscher ist, wer einen deutschen Pass hat. Aber ist dies das Land der Eltern? Gibt es da nicht eine deutsche Schlagersängerin, die aus Russland stammt, oder deutsche Fußballhelden, deren Vorfahren aus der Türkei oder afrikanischen Ländern kommen? Und entspringen nicht die Vorfahren eines Großteils der Ruhrgebietsbewohner unserem Nachbarland Polen? Also, das mit dem Elternland war wohl eine schlechte Idee.

Hoffmann von Fallersleben wollte mit seinem “Lied der Deutschen” die Kleinstaaterei überwinden. Denken wir dies konsequent weiter, so gilt es, die aktuelle Nationalstaaterei zu überwinden. Daher mein Vorschlag: “Euroland”. Somit lautet dann mein neuer Text der deutschen Nationalhymne:

Einigkeit und Recht und Freiheit
Für das deutsche Euroland!
Danach lasst uns alle streben
Friedfertig mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
Sind des Glückes Unterpfand.
Blüh im Glanze dieses Glückes,
Blühe, deutsches Euroland!

Ach ja, aktuell wollen ein paar polternde Politiker wieder die Grenzen schließen. Und da einige deutsche Bundesländer größer sind als so mancher europäische Nationalstaat, gehören konsequenterweise auch die Grenzen zwischen den Bundesländern geschlossen.

Ersetzen wir also die deutsche Nationalhymne durch eine ganze Sammlung, wie beispielsweise das “Lied der Bayern”.

Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, können wir gar Checkpoints an allen Ortseingängen einrichten. Da fühlt sich dann manch ein Flüchtling an die Zustände in seiner Heimat erinnert. Toll, oder?

Nein. Mein Deutschland, mein Europa muss offen bleiben.